Backpacker vs. Flashpacker

Selber habe ich mich bisher eher als Backpacker eingestuft. Massentourismus, langweilige Gruppenrundreisen, sich wie eine Ölsardine zwei Wochen lang an den Strand legen – das alles gehört nicht zu meinem Idealbild eines tollen Urlaubs. Allerdings bin ich auch kein Hardcore-Backpacker, sondern mache Abstriche, manchmal notgedrungen und teils sogar ganz freiwillig. Die Titulierung als Backpacker will daher nicht mehr ganz passen – und hat es vielleicht auch noch nie?!

Der typische Backpacker

Jeder kennt den typischen Backpacker: Mit einem Rucksack und meist kleinem Budget reist er frei und ungebunden durch fremde Länder und erlebt dabei zahlreiche Abenteuer. Für die Reise kommen nur die notwendigsten Dinge in den Rucksack und er achtet auf das Geld – das Budget ist halt sehr limitiert. Daher ist er auch immer auf der Suche nach den günstigsten Unterkünften und Transportmöglichkeiten für die Weiterreise. Er plant flexibel von Tag zu Tag und folgt nur einem groben, roten Faden, den er sich zu Beginn seiner Reise vorgenommen hat. Ganz spontan entscheidet er, wie lange er an einem Ort bleibt und wohin der Weg ihn anschließend führen mag.

Unterwegs als Flashpacker

Das schreit förmlich nach Abenteuer und Freiheit, nach individuellen Reiseerlebnissen und jeder Menge neuen Kontakten, zu Einheimischen und Travellern aus aller Welt gleichermaßen! Und auch ich sage ganz klar JA zu Abenteur, Erleben und ein Plausch mit Einheimischen! Aber das klassische Backpacking funktioniert bei mir nicht und ist mir ehrlich gesagt auch zu anstrengend.

Der Begriff Flashpacker ist recht neu und noch nicht so gebräuchlich. Der Flashpacker ist meist schon berufstätig oder als Student stark eingebunden in Arbeit und Studium und verfügt daher auch über ein größeres Budget, als der Backpacker. Dafür aber auch über weniger Zeit. Der Flashpacker reist ebenfalls gerne individuell, allerdings auch komfortabler und gönnt sich hier und da gewisse Annehmlichkeiten. Meist ist er auch technisch gut bis sehr ausgestattet. Und deshalb sehe ich mich eher als Flashpacker!

Urlaubszeit und Reiseplanung

Durch meine Berufstätigkeit steht mir zwangsläufig nur ein begrenzter Zeitraum von normalerweise zwei bis drei Wochen für meine Reisen zur Verfügung. Gerne würde ich regelmässig wochenlang in fernen Ländern verbringen und mich einfach treiben lassen, aber den Rechnungen, die bezahlt werden wollen, muss nun mal Schuldigkeit getragen werden… Das bedeutet für mich eine strukturiertere Planung meiner Reiseroute. Ich plane bereits im Voraus, welche Orte ich sehen möchte und wie ich am besten von A nach B komme. Nach Möglichkeit buche ich Leistungen, wie Tickets und Hotels, bereits von zu Hause aus, damit ich vor Ort keine Zeit damit verplembern muss, sondern mich ganz der Entdeckung meines Reiseziels widmen kann.

Budget und Komfort

Als “Noch-Nicht-Lotto-Gewinnerin” und Bezieherin eines normalen Einkommens, mit dem ich haushalten muss, achte ich bei meinen Reisen selbstverständlich auch auf das Budget. Aber ich investiere deutlich mehr, als ein Backpacker, wenn es sich für mich lohnt. Schmuddelige Backpacker-Hostels und klapprige, unsichere Nachtbusse, deren Fahrer sich für die Könige der Straßen halten, müssen einfach nicht sein. Und gerne leiste ich mir auch mal einen schicken, organisierten Ausflug, statt selber mit einem Reiseführer durch die Stadt zu irren oder meine kostbare Zeit mit der Planung einer Tour zu vergeuden.

Sparen und Erleben um jeden Preis?

Wozu, frage ich?!? Wenn ich bereits für meinen Flug eine Menge Euros ausgegeben habe, warum soll ich mit dem Tuktuk-Fahrer oder Bananenverkäufer um umgerechnet ein paar Cents streiten? Ich liebe mein Leben, warum soll ich mich dann ohne erfahrenen Guide auf Trekkings wagen? Ich verreise nicht, damit ich andere mit meinen großen Abenteuern beeindrucken kann oder Challenges gewinne, wer das günstigste Zimmer mit der dreckigsten Toilette aufgetan hat. Ich bin erlebnis- und abenteuerhungrig, aber kein Adrenalin-Junkie. Und sammle auf meinen Reisen lieber viele, kleine und persönliche Glücks- und Gänsehautmomente.

Rucksack oder Koffer?

Für den Backpacker natürlich keine Frage… Aber ich konnte mich mit dem Rucksack noch nie so anfreunden. Da passt ja nie was rein und ist trotzdem sauschwer! Deshalb reise ich mit Trolley. Der lässt sich sehr praktisch fast überall hinterher ziehen, ich kann viel besser Ordnung halten, soviel größer als ein Rucksack ist er auch nicht und lässt sich daher auch in Zügen und Bussen gut verstauen. Auf Bahnhöfen nehme ich gerne die kostenpflichtigen Dienste von Gepäckträgern in Anspruch und wenn es dann doch mal “off-the-beaten-Trek” geht, packe ich halt einen kleinen Rucksack mit notwendigen Dingen und verstaue meinen Trolley im Hotel. Klappt für mich wunderbar!