So reist Ihr entspannt durch Indien

Indien ist betörend, faszinierend, verblüffend und manchmal, ja manchmal treibt das Land auch den gewieftesten Traveler an den Rand des Wahnsinns… Daher beginnen wir direkt mit dem ersten Tipp, der als oberste Regel für die ganze Reise gilt:

Immer ruhig bleiben – und Chai trinken!

Spontan fallen mir die nervenraubenden Hupkonzerte in den Städten ein. Oder mehrstündige Zugverspätungen, wenn ich am Bahnhof stehe oder im Zug sitze. Ständig quatscht Dich jemand an, erzählt Dir persönlichste Dinge aus seinem Leben und das alles in einem Englisch, mit diesem sehr speziellen indischen Akzent, von dem ich nicht selten nur die Hälfte verstehe. Indien prasselt mit aller Macht auf Dich ein, manchmal scheint es, Du bist auf einem anderen Planeten gelandet und das wird hier und da Deine Nerven überstrapazieren. Aber nicht umsonst heißt es „Incredible India“. Bleib entspannt, lehn Dich zurück, lies ein Buch, trink einen Chai, iss einen Samosa und beobachte einfach mal diesen faszinierenden Verkehr… Es wird nicht lange dauern, Indien zeigt sich von einer neuen, faszinierenden Seite und sofort bist Du wieder gebannt und fasziniert. Versprochen!

Kuh auf der Straße in Indien

Halte immer kleine Scheine vorrätig

So banal, wie es sich anhört, wird Dir dieser Tipp den Reisealltag in Indien ungemein erleichtern. Sei es, Du musst das Tuktuk zahlen, ein Ticket für die Metro ziehen, möchtest einen Snack kaufen oder Trinkgeld geben. Tuktuk-Fahrer können meist eh nicht wechseln und Indien ist ein sehr „trinkgeldlastiges“ Land. Trinkgeld habe ich immer gerne gegeben. Erstens weil der Service in vielen Fällen erstklassig ist und die Angestellten darauf angewiesen sind. Bezahle daher wann immer möglich mit großen Scheinen und horte die kleinen Scheine, bis sie zum Einsatz kommen müssen.

Indische Rupien

Ein Pulli oder eine Jacke immer griffbereit

Überall, wo eine Klimaanlage vorhanden ist – also in Autos, Zügen, Shops, Restaurants… – werden Räume gnadenlos auf gefühlte 15 Grad runter gekühlt. Meine indischen Fahrer scheinen immer recht irritiert, wenn ich die Klimaanlage nicht mit voller Leistung zielgerichtet auf mich einstelle, sondern im Gegenteil sogar runter drehe. Und auf meiner ersten Zugfahrt wäre ich fast erfroren… Ich habe daher immer eine kleines Jäckchen dabei, wenn ich unterwegs bin.

Ein Tipp speziell für Frauen:
Mach es wie die Inderinnen

Kann man als Frau eigentlich alleine durch Indien reisen? Wir antworten aus eigener Erfahrung mit einem überzeugtem und beherztem Ja! Natürlich muss man ein bißchen vorsichtiger sein, aber wo ist das schon anders, wenn man alleine unterwegs ist?! Ignoriere die Blicke und lass Dich auf der Straße nicht anquatschen. Deine höfliche Freundlichkeit könnte falsch verstanden werden. Wenn Du in der Stadt mit der Metro fährst, halte nach den Frauenabteilen Ausschau. Wenn Du Dich unterwegs nach dem Weg erkundigen musst, frag eine indische Frau. Macho-Guides überschreiten auch gerne mal ihre Grenzen, überhäufen Dich mit Komplimenten und möchten Dich für abends einladen. Die lassen sich aber schnell abwimmeln. Alles nervig, aber vollkommen harmlos. Und mach Dir keine Sorge. Deine Reise wird keinesfalls in einem Spießroutenlauf ausartet, sondern Du kannst entspannt reisen! Sei einfach nur darauf vorbereitet.

Jessica auf Tour in Fahrradrikscha in Madurai

Bereise Indien mit dem Zug

Von Nachtbussen und generell Nachtfahrten über Land rate ich persönlich aus Sicherheitsgründen ab. Speziell nachts machen übermüdete und womöglich alkoholisierte LKW-Fahrer als „King of the roads“ die indischen Highways unsicher und da kann Dein (Bus-)Fahrer noch so zuverlässig sein. Da der Verkehr uns Europäer in aller Regel überfordert, kommt Selberfahren ebenfalls nur bedingt in Frage und warum auch, wenn es doch bezahlbare Wagen mit Fahrer zu mieten gibt. Meine große Empfehlung gilt den indischen Zügen. Es ist die wohl authentischste Art dieses riesige Land zu bereisen. Zudem passen die Preise für Zugtickets in jedes Budget, das Streckennetz deckt große Teile Indiens ab und der Komfort der Shatabdi Züge– unsere Empfehlung zur Empfehlung 😉 – kann sich fast mit unseren deutschen Zügen messen lassen. Und auch in den Nachtzügen kann man es sich durchaus bequem machen auf seiner Liege und wenn mal eine Kakerlake über den Boden krabbelt, mache ich halt die Augen zu…

Indien Zugreise

Gib‘ Bettlern nichts

Das mag sich jetzt hart anhören und diese unsägliche Armut, die man in Indien sieht, lässt einem auch mal das Herz schwer werden. Allerdings wird die Bettelei nicht selten von organisierten Banden betrieben und mit Deinen Almosen hilfst Du nicht. Reingefallen sind wir auch einmal auf eine Frau, die um Nahrung bettelte und der Shop-Betreiber irrwitzig hohe Summen für ein paar Grundnahrungsmittel verlangte. Die beiden steckten wohl unter einer Decke und hätten sich die Differenz anschließend geteilt. Wenn Du etwas geben möchtest, suche Dir eine Hilfsorganisation oder gebe nur in Ausnahmefällen und unauffällig ein paar Rupien an ältere Frauen oder Kranke.

Hast Du auch einen Tipp?

Dann teile ihn gerne mit uns und anderen Reisenden. Wir freuen uns von Dir zu hören!

Eure Jessica