Unterwegs in Indien – Das solltet Ihr beachten

Reisetipps für Unterwegs

Es sind wie immer die kleinen Dinge im Leben! Die einem entweder das Reisen ungemein erleichtern können oder unangenehm hängen bleiben, weil man es vorher nicht besser wusste… Daher teilen wir nachstehend ein paar Tipps, die auf unseren Reisen immer hilfreich waren. Habt Ihr noch weitere hilfreiche Hinweise oder Anmerkungen? Dann immer gerne her damit!

Touristen am Taj Mahal in Agra, Indien

Feilschen, feilschen, feilschen!

Sofern es sich nicht um z.B. Warenhäuser mit Festpreisen handelt, muss jeder Preis generell ausgehandelt werden. Inder können sich übrigens sogar beleidigt fühlen, wenn man nicht handelt. Und auch wenn feilschen für uns ungewohnt und vielleicht nicht „unser Ding“ ist, kann es durchaus Spaß machen. Wenn Du etwas Interessantes siehst, überlege Dir einen Preis, den Du maximal bereit bist auszugeben. Starte Dein erstes Angebot mit der Hälfte des angepeilten Wunschpreises und feilsche entspannt & freundlich mit dem Verkäufer. Übung macht den Meister, probiere es aus!

Indien Erlebnis pur: Tuktuk- und Rikschafahrten

Wer nicht einmal mit dem Tuktuk oder einer Fahrradrikscha unterwegs war, war gar nicht in Indien! Im dichten Verkehr schieben sie sich in kleinste Lücken und sind auf kurzen Strecken – zumindest gefühlt – schneller als ein Auto. Die Fahrpreise müssen immer im Voraus ausgehandelt werden. Über die ortsüblichen Preise informierst Du Dich am besten im Hotel oder bei Deinem Guide während einer Tour. Die Fahrer werden von Dir für die Fahrt selbstverständlich deutlich mehr verlangen, als von Einheimischen. Lass Dir aber nicht die Laune vermiesen, wenn Du den Fahrpreis letztendlich nicht auf den ortsüblichen runterhandeln kannst. In den meisten Fällen zahlst Du eh nur wenige Cents mehr, die wir sehr gut verkraften können und Fahrer gehören nicht zu den Großverdienern in Indien. Und so oder ähnlich verläuft nicht selten eine Fahrt mit dem Tuktuk oder der Rikscha: Das Ziel ist bekannt, der Fahrpreis ausgehandelt, die Fahrt geht los und – der Fahrer kennt den Weg überhaupt nicht… Er steuert erst einmal die grobe Richtung an und je wärmer es wird, desto häufiger wird gestoppt, damit er nach dem Weg fragen kann. Zudem versucht er während der Fahrt den Preis neu zu verhandeln und erzählt dabei – so gut es sein Englisch  zulässt – herzzerreissende Geschichten über die vielen Mäuler, die er zu Hause stopfen muss. Was tun? Innerlich die Augen rollen, ruhig bleiben, sich zurücklehnen, die Stadtszenen an sich vorbeiziehen lassen…

Unterwegs im Tuktuk in Indien

Die passende Kleidung

Egal ob Mann oder Frau, achtet auf angemessene Kleidung. Es darf gerne mit Tshirt und Jeans leger sein, sollte aber immer ordentlich aussehen. Verzichte auf kurze Hosen – dies gilt auch für Männer – und die Schulter sollten ebenfalls immer bedeckt sein. In der nördlichen Ebene Indiens, d.h. in Delhi, Rajasthan & Varanasi, kann es in den Wintermonaten nachts mit einstelligen Temperaturen empfindlich kalt werden. Zwar wärmt es sich tagsüber wieder auf, für die Abend- und frühen Morgenstunden solltet Ihr aber noch eine Jacke dabei haben.

Indische Snacks vom Straßenimbiss?

Warum nicht?! Selbst mehrmals erprobt, für gut befunden und gesund geblieben! Hierzu noch ein vielleicht wichtiges, ergänzendes Detail: Wir ernähren uns in Indien fast ausschließlich vegetarisch. Allerdings sollten folgende Tipps beachtet werden: Wenn Ihr sowieso einen empfindlichen Magen habt und/oder exotisches Essen für Euch Neuland ist, sind die Essenstände auf der Straße nichts für Euch! Geht es lieber langsam an, esst im Hotelrestaurant (sofern vorhanden) oder vertraut auf Empfehlungen. Falls Ihr aber einen erprobten „Allesfresser“-Magen habt, ist nach einer kurzen Eingewönungszeit nichts gegen einen kleinen Snack einzuwenden. Vertraut hier auf Euren Verstand und im wahrsten Sinne des Wortes auf Euer Bauchgefühl: Wenn Euch auch nur ein winziges Detail stört, selbst wenn Ihr es nicht benennen könnt, lasst Ihr am besten die Finger davon. Wartet die nächste Gelegenheit ab, denn die kommt bestimmt, und wenn Kopf und Bauch grünes Licht geben, lasst Ihr es Euch schmecken!

Obacht vor den Klimaanlagen…

Wer aufmerksam unsere Beiträge liest, merkt schon, dass wir AC-geschädigt sind… Aber wir können es nicht häufig genug betonen: Inder sind große Fans von Klimaanlagen und alle Räume werden, wenn möglich, gnadenlos auf gefühlte, frostige 17 Grad runtergekühlt. Haltet daher immer eine Jacke oder einen Pulli griffbereit. Dies gilt auch für Zugfahrten.

Kleine Geldscheine sammeln & horten

Versucht nach Möglichkeit, überall mit großen Scheinen zu zahlen. Die kleinen Geldscheine werden gesammelt und kommen zum Einsatz bei Trinkgeldern (man kann ja schlecht nach Wechselgeld fragen…), Tuktuk Fahrer (die haben meistens kein Wechselgeld…) etc.

Jessica in Galta bei Jaipur, Indien

Smile! Es wird fotografiert…

Inder lieben es zu fotografieren und werden auch gerne fotografiert. Allerdings sind sie in aller Regel keine Freunde von Schnappschüssen, sondern werfen sich für ein Foto gerne in Pose. Fragt also vorher besser nach. Bei Verständigungsschwierigkeiten reicht es meist aus, auf die Kamera zu zeigen und natürlich immer freundlich lächeln… Wenn Ihr ausnahmsweise einen Korb bekommt, wartet einfach auf die nächste Gelegenheit. Und sicherlich werdet auch Ihr von heimischen Touristen angesprochen, um für ein Foto zu posieren. Bei religiösen Veranstaltungen solltet Ihr natürlich etwas Fingerspitzengefühl haben. An den Verbrennungsghats in Varanasi beispielsweise, ist fotografieren nicht erwünscht. Auch wenn viele Touristen dies ignorieren, könnt Ihr es doch besser! Schließlich handelt es sich dabei um hinduistische Beerdigungen und wer möchte schon tote Menschen in Flammen auf seinen Urlaubsbildern? Das Fotografieren von Militäranlagen ist übrigens verboten und steht unter Strafe. In Sehenswürdigkeiten muss manchmal eine extra Gebühr entrichtet werden, wenn man fotografieren möchte. Diese beläuft sich normalerweise auf 1 bis 2 Euro pro Kamera und wird mit dem Eintritt entrichtet.

Bettelnde Straßenkinder

Indien ist ein Land der Kontraste und neben Stadtvillen, Luxuskarossen und Rassehunden, die auf den Straßen Gassi geführt werden, wird man auf der anderen Seite mit einer unsäglichen Armut konfrontiert, die wir hier in Deutschland so nicht kennen. Ihr werdet auch auf bettelende Straßenkinder treffen. Und das mag sich jetzt hart anhören, aber wir empfehlen den Kindern nichts zu geben. Nicht selten stehen dahinter kriminelle Organisationen, die das erbettelte Geld hinterher einsammeln. Wenn Ihr trotzdem ein paar Rupien übrig habt, gebt es diskret obdachlosen Frauen mit Kindern oder alten Frauen oder – besser noch – sucht Euch eine Hilfsorganisation, die das Geld für soziale Projekte nutzt.

Die berühmte linke Hand…

Inder essen normalerweise sehr geschickt mit einer Hand, der rechten Hand um genau zu sein. Die linke Hand gilt in Indien als unrein und wird nicht zum Essen genutzt. Wir müssen an dieser Stelle sicherlich nicht ins Detail gehen und den Hintergrund erklären… In Restaurants erhältst du natürlich Messer und Gabel, und das Besteck in der rechten Hand zu halten ist völlig in Ordnung. Wenn Du etwas überreichen möchtest (z.B. Geld), nutze ebenfalls am besten die rechte Hand.

Warten auf die nächste Fähre in den Backwaters, Kerala

Zigaretten, Alkohol & Drogen

Eigentlich unnötig, aber trotzdem wird es von uns erwähnt: Auch wenn die Hanfpflanzen wild am Wegesrand wachsen, ist der Konsum von Drogen in Indien verboten. Alkohol ist in den meisten Bundesstaaten erhältlich. Eine Ausnahme ist z.B. Gujarat, wo Alkohol verboten ist. Die Restaurants müssen über eine Lizenz verfügen, um Alkohol legal verkaufen zu können. Viele kleine Restaurants sparen sich diese Lizenz, bieten Alkohol aber dennoch an. In solchen Fällen wird das Bier dann z.B. in Teekännchen serviert… Man sollte auch vorher nach dem Preis fragen, wenn das alkoholische Kaltgetränk nicht auf der Karte steht, um böse Überraschungen beim Zahlen der Rechnung zu vermeiden. Zigaretten sind so gut wie überall erhältlich, allerdings ist in einigen Bundesstaaten das Rauchen auf öffentlichen Plätzen verboten, wie z.B. in Kerala.

Das Kopf wackeln der Inder…

…kann grundsätzlich alles bedeuten. Aber meistens wird in Kombination mit einem kleinen Lächeln und Augenkontakt  Zustimmung ausgedrückt. Ein eher kurzes Wackeln mit grimmigen Ausdruck und direktem Wegschauen darf als Verneinung gewertet werden. Du komsmt sicherlich bald dahinter, was gemeint ist, also nicht verwirren lassen!

Eine entspannte Reise wünscht Euch

Eure Jessica

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Indien – Reisetipps für Unterwegs

Es sind wie immer die kleinen Dinge im Leben! Die einem entweder das Reisen ungemein erleichtern können oder unangenehm hängen bleiben, weil man es vorher nicht besser wusste… Daher teilen wir ein paar Tipps, die auf unseren Reisen immer hilfreich waren.

Buchtipps für Indien

Für alle, die eine Indien Reise planen, oder bereits dorthin gereist sind oder einfach nur an Indien interessiert sind und gedanklich nach Indien reisen möchte, stellen wir nachstehend einige Bücher vor.